Ihnen wurde eine Anklage zugestellt? Spätestens jetzt ist die Beauftragung eines Fachanwalts für Strafrecht dringend zu empfehlen.  
 
Ergeben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keinen hinreichenden Tatverdacht,
 
Ergeben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jedoch einen hinreichenden Tatverdacht, ist also eine Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass der Beschuldigte eine Straftat begangen hat und auch verurteilt wird, dann erhebt die Staatsanwaltschaft öffentliche Klage (Anklage). Dies erfolgt durch Einreichung einer Anklageschrift beim zuständigen Gericht. Möglich ist aber auch, dass die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Erlass eines Strafbefehls stellt.
 
Welches Gericht in der ersten Instanz zuständig ist, bemisst sich nach der zu erwartenden Strafe. Bei einer Straferwartung bis zu zwei Jahren ist der Strafrichter beim Amtsgericht, bei einer Straferwartung bis zu vier Jahren ist das Schöffengericht beim Amtsgericht zuständig. Bei schwerer Kriminalität, also bei einer Straferwartung bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe, ist ausschließlich das Landgericht zuständig. In Staatsschutzsachen gilt die Zuständigkeit des Oberlandesgerichtes.
 
Nach Einreichung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft hat das zuständige Gericht zu prüfen, ob tatsächliche hinreichende Verdachtsgründe gegen den Angeschuldigten bestehen (Zwischenverfahren).
 
Bejaht das Gericht diese, hat es das Hauptverfahren mit Erlass eines Eröffnungsbeschlusses zu eröffnen. Der Richter bestimmt dann einen Hauptverhandlungstermin und ordnet die entsprechenden Ladungen des Angeklagten, der Zeugen, des Verteidigers usw. an. Der Eröffnungsbeschluss ist dem Angeklagten zusammen mit seiner Ladung zuzustellen.
 
Der Gang der Hauptverhandlung ist in der Strafprozessordnung geregelt und beginnt mit dem Aufruf der Sache. Danach ist festzustellen, wer anwesend ist. Es folgt die Verlesung der Anklageschrift durch den Vertreter der  Staatsanwaltschaft. Schließlich die Belehrungen der Zeugen und gegebenenfalls der Sachverständigen. Danach erfolgt die Vernehmung des Angeklagten zu seinen persönlichen Verhältnissen und schließlich ist der Angeklagte darüber zu belehren, dass es ihm freisteht, zur Sache auszusagen. Sollte der Angeklagte zur Sache aussagen wollen, erfolgt seine Vernehmung. Sodann erfolgt die Beweisaufnahme, insbesondere die Vernehmung der Zeugen und Sachverständigen.
 
Ist die Beweisaufnahme beendet, erfolgen die Schlussworte zunächst der Staatsanwaltschaft und dann des Verteidigers. Das letzte Wort hat der Angeklagte, der davon allerdings keinen Gebrauch machen muss.
 
Nach geheimer Beratung wird dann das Urteil verkündet und der Angeklagte bei Verurteilung über die Rechtsmittel belehrt.