Beschuldigter ist die Person, gegen die ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet wurde oder geführt wird. Der Beschuldigte wird allerdings im weiteren Verfahren nicht mehr Beschuldigter, sondern im Zwischenverfahren als Angeschuldigter und nach Eröffnung des Hauptverfahrens als Angeklagter bezeichnet.

Der Beschuldigte ist spätestens vor Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu vernehmen. Es muss ihm Gelegenheit gegeben werden, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern. Dies kann auch durch seinen Verteidiger erfolgen. Wichtig ist, dass der Beschuldigte einer Ladung zur Beschuldigtenvernehmung vor der Polizei nicht Folge leisten muss. Selbst ein unentschuldigtes Ausbleiben ist sanktionslos, sollte allerdings vermieden werden. Ob eine Einlassung im Ermittlungsverfahren gegenüber der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft tunlich ist, sollte der Beschuldigte unbedingt mit seinem Verteidiger abstimmen.

Dem Beschuldigten steht es in jedem Verfahrensstadium und zu jedem Zeitpunkt frei, einen Verteidiger zu wählen. In besonderen Fällen ist ihm ein Verteidiger als Pflichtverteidiger zur Seite zu stellen.

Der Angeklagte hat das Recht und die Pflicht, in der Hauptverhandlung anwesend zu sein und so insbesondere der Beweisaufnahme durch Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen beizuwohnen. Er darf darüber hinaus in der Hauptverhandlung auch Beweisanträge stellen. Er hat auch das Recht, Fragen an Zeugen und Sachverständige in der Hauptverhandlung zu stellen. Wichtig ist, dass der Angeklagte in der Hauptverhandlung und auch als Beschuldigter im Ermittlungsverfahren das Recht hat, zu den Vorwürfen zu schweigen, sich also gerade nicht auf die Vorwürfe einzulassen. Sein Schweigen darf im Übrigen nicht zu seinem Nachteil ausgelegt werden.

Zu den Pflichten des Beschuldigten gehört, dass er bei der Hauptverhandlung anwesend sein muss und auch gewisse rechtmäßige Zwangsmaßnahmen (Untersuchungshaft usw.) zu dulden hat.