Stellt sich bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft heraus, dass kein Anlass zur öffentlichen Klage gegeben ist, also kein hinreichender Tatverdacht vorliegt, muss die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen. Einstellungen sind nicht selten und können ein Ziel der Verteidigung sein.

Darüber hinaus gibt es vor der Anklageerhebung und auch noch während der Hauptverhandlung die Möglichkeiten der Verfahrenseinstellung.

Das Strafverfahren kann durch die Staatsanwaltschaft auch aus Opportunitätsgründen eingestellt werden, dies gilt selbst dann, wenn ein hinreichender Tatverdacht zu bejahen ist. Dieser Einstellung muss das Gericht allerdings zustimmen. Voraussetzung ist, dass die Tat mit weniger als einem Jahr Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bedroht ist und die Schuld des Täters als gering einzustufen wäre. Außerdem darf kein öffentliches Interesse an der Verfolgung der Straftat bestehen. Unter den gleichen Voraussetzungen kann das Gericht jederzeit, das heißt in allen Instanzen, nach Einreichung der Klageschrift mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten oder Angeklagten das Verfahren einstellen.

Eine weitere Möglichkeit für die Staatsanwaltschaft, das Verfahren vorläufig einzustellen, ergibt sich aus einer anderen Vorschrift. Voraussetzung ist, dass die verfolgte Tat nur ein Vergehen ist. Darüber hinaus darf die Schwere der Schuld nicht entgegenstehen. Weiter muss der Beschuldigte bestimmte Auflagen und Weisungen erfüllen, die geeignet sein müssen, dass öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen. Für die Einstellung wird die Zustimmung des Gerichtes und des Beschuldigten benötigt. Sollte der Beschuldigte den Auflagen und Weisungen nicht nachkommen, wird das Verfahren fortgesetzt. Eine übliche Auflage ist die Zahlung eines Betrages zu Gunsten der Landeskasse oder einer gemeinnützigen Organisation. Nach Erledigung der Auflage wird das Verfahren dann endgültig eingestellt.