Nebenklage

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Nebenklage

Die Staatsanwaltschaft klagt den Angeklagten beim zuständigen Amts- oder Landgericht an. Bestimmte Personen können sich dieser Anklage anschließen und so zum Verfahrensbeteiligten – neben der Staatsanwaltschaft – werden. Mit dieser Nebenklage hat die Person dann Rechte, die den Rechten der Staatsanwaltschaft ähneln und kann die Arbeit der Staatsanwaltschaft in diesem Fall auch kontrollieren. Dies gelingt selbstverständlich nur mit einem Rechtsvertreter (Fachanwalt für Strafrecht). 

Damit wird die Nebenklage einen besonderen Vergeltungs- und Genugtuungsinteresse des Nebenklägers gerecht.

Die Befugnis sich der Anklage der Staatsanwaltschaft anzuschließen, haben die Personen, die durch die Straftat verletzt wurden, wenn es sich bei der Straftat

    • um Sexualdelikte,
    • um versuchte Tötungsdelikte,
    • um vorsätzliche Körperverletzungsdelikte,
    • um Straftaten gegen die persönliche Freiheit oder
    • um Verstöße gegen gerichtliche Anordnungen zum Schutz vor Gewalt und Nachstellungen handelt. 

Außerdem sind die nahen Angehörigen eines Getöteten nebenklagebefugt.

Bei bestimmten Delikten ist zusätzlich erforderlich, das zusätzlich besondere Gründe vorliegen, um eine Nebenklage zu rechtfertigen.

Der Anschluss ist in jeder Lage des Verfahrens zulässig. Über die Anschlusserklärung entscheidet nach  Erhebung der Anklage durch die Staatsanwaltschaft das Gericht durch Beschluss, lässt also beim Vorliegen der Voraussetzungen die Nebenklage zu. 

Damit hat der Nebenkläger das Recht auf Anwesenheit in der Hauptverhandlung,

    • das Recht auf einen Beistand durch einen Rechtsanwalt,
    • das Recht auf Ablehnung von Richtern und auch Sachverständigen,
    • ein Fragerecht,
    • das Recht Beweisanträge zu stellen und 
    • ein Recht Erklärungen abzugeben.

Gegen das Urteil kann der Nebenkläger Rechtsmittel (Berufung, Revision) einlegen, wenn dieses Rechtsmittel zulässig ist und der Nebenkläger in seiner Stellung beschwert ist. Beschwert ist der Nebenkläger grundsätzlich, wenn das zum Anschluss berechtigende Delikt nicht in dem Schuldspruch aufgenommen wurde oder beim Rechtsfolgenausspruch unberücksichtigt blieb. 

Ein Beispiel für eine von mir vertretene Nebenklage aus der Presse finden Sie 

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